Mit Oma am Herd (Stefanie Korn und Nadine Müller)

Traditionelle Rezepte (nicht nur aus dem Spessart) von der Oma (Opa) gekocht

20151227-DSC_0165

Auf dieses besondere Kochbuch bin ich durch Fernsehberichte (u.a. bei der Sendung „hallo hessen“) aufmerksam geworden. Gerne probiere ich Rezepte aus, die nur wenige Zutaten enthalten, die man dann meist als Vorrat im Keller oder der Vorratskammer findet und die Tradition haben. Genau hier wird man fündig.

Beschreibung des Buches:
Das Kochbuch „Mit Oma am Herd“ ist 2015 in 2. Auflage als Hardcover-Buch im cocon-Verlag erschienen, nachdem die zwei Autorinnen Stefanie Korn und Nadine Müller ihre erste Auflage durch ein Crowdfunding-Projekt selbst herausgeben konnten. Es hat 185 Seiten. Das Titelbild ist schlicht, aber mit einem ansprechenden Design: Pastellgrüner Buchrücken und dunkelgraue Titelseite, die lediglich durch den Titel „verziert“ wird. Die Rezepte und Geschichten der einzelnen Senioren, die ihre Rezepte für dieses Buch zur Verfügung gestellt haben, werden durch zahlreiche Fotos begleitet.

Kurze Zusammenfassung:
Dieses Buch ist kein typisches Kochbuch, es ist erlebte und erzählte Geschichte, verbunden mit Gerichten, die in einer früheren Zeit und teilweise unter besonderen Bedingungen entstanden sind. Die Rezepte wurden in der Gemeinde Jossgrund (Main-Kinzig-Kreis, Spessart) in vier Ortsteilen gesammelt. Acht Senioren haben ihre Küchen geöffnet, um mit und für die Autorinnen zu kochen, dabei sind Geschichten erzählt und aufgeschrieben worden. Ein Register am Ende des Buches listet die vorgestellten Rezepte auf.

Mein Leseeindruck:
Ich halte ein Kochbuch in der Hand, das zum Lesen und Blättern einlädt. Das Buch ist aufgeteilt in die einzelnen „Kochstationen“ bei den acht Senioren. Eingeleitet mit Fotos der Örtlichkeiten, gibt es eine kleine Vorstellung der Köchin/des Kochs. Es folgen besondere Rezepte dieser Menschen, jede/r ist „Spezialist“ in einer besonderen Sache. Da gibt es z.B. die Resteverwerterin, deren Rezepte hilfreich sind, wenn man Reste verarbeiten möchte. Oder aber die ältere Dame, die ihre Lieblingssüßspeisen vorstellt. Auch ein Mann darf in diesem Kochbuch nicht fehlen und wie kann es anders sein – er kocht ein Fleischgericht.

Die Rezepte sind übersichtlich dargestellt, es gibt eine Zutatenliste, darauf folgen gut verständlich die Arbeitsschritte zur Entstehung des Gerichtes. Dabei gibt es keine Fotos der einzelnen Kochschritte, vielmehr lebt dieses Buch von den Darstellungen der teils alten Küchen und manchmal altertümlichen Kochutensilien und den Köchinnen (und des Kochs) bei der Arbeit. Die Bilder sind wirklich gelungen, sie wirken authentisch und nicht gestellt. Die Fotos erinnern mich an meine Kinderzeit bei meiner Oma in der Küche. Manch ein Kochhilfsmittel oder Geschirrteil fand sich auch in ihrem Haushalt.

Die Rezepte laden zum Nachkochen ein, sie sind meist mit wenigen Zutaten schnell nach zu kochen. Die kleinen Anekdoten der älteren Herrschaften machen dieses Buch so liebenswert. So bleibt man schon beim Durchblättern auf der ein- oder anderen Seite hängen. Die Fotos der fertigen Gerichte lassen einem schon beim bloßen Anblick „das Wasser im Mund zusammenlaufen“.

Die Zutatenliste ist im Regelfall nicht exotisch, die meisten Zutaten hat man sicherlich zuhause oder man findet sie in jedem Supermarkt. Die Gerichte-Auswahl ist abwechslungsreich. Ich denke, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Man findet sicherlich das ein oder andere Gericht, das die eigene Oma schon gekocht hat.

Für dieses Buch hätte ich mir ein oder zwei Lesebändchen gewünscht, so dass man schnell ein herausgesuchtes Rezept auffinden kann. Zumindest kann man das Buch gut im aufgeblätterten Zustand hinlegen, so dass man beim Kochen einen schnellen Blick in das ausgewählte Rezept werfen kann.

Fazit:
Mir gefällt das Projekt „Mit Oma am Herd“ sehr gut. Wer Hausmannskost liebt, womöglich gerne bei Oma in der Küche saß und sich bekochen ließ, der hat mit diesem Buch viel Freude. Bei den Geschichten macht es keinen Unterschied, ob man aus der Gegend von Jossgrund kommt oder nicht. Man erfährt einfach etwas von „der guten, alten Zeit“. Vielleicht liest aber auch der ein oder andere aus dieser Gegend etwas Neues aus seiner alten Heimat.

Bewertung: *****

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s