Bis ans Ende der Geschichte (Jodi Picoult)

Ein berührendes Buch, das vieles beinhaltet: Liebe, Schuld, Vergebung, Deutsche Geschichte

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Von Jodi Picoult hatte ich bisher noch keinen Roman gelesen, aber schon gehört, dass sie sehr emotionale Bücher schreibt. Sie schreibt seit 1992 Romane, von denen die meisten auf den Bestsellerlisten zu finden sind.
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, was dann aber beim Lesen auf mich zukam, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet…

Beschreibung des Buches:
„Bis ans Ende der Geschichte“ ist im C.Bertelsmann-Verlag 2015 als Hardcover Buch erschienen. Es hat 554 Seiten Romantext. Das Cover ist schwarz gehalten, zeigt auf dem Titelbild eine Frau, die einen handschriftlichen Text liest. Die Frau ist nur in der Rückansicht zu sehen. Ich finde, das Titelbild ist gelungen und passt sehr gut zum Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
Sage Singer versucht in einer Trauergruppe über den Autounfalltod ihrer Mutter hinwegzukommen. Sage war die Fahrerin und überlebte. In der Gruppe lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Die beiden freunden sich an. Weber hat einen ungewöhnlichen Auftrag für Sage. Sie soll ihm helfen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er hat als junger Mann in den Kriegsjahren in Deutschland tiefe Schuld auf sich geladen. Sage gerät in einen schweren Konflikt. Als ihr dann noch die Großmutter ihre Lebensgeschichte erzählt, plagt sie das Gewissen: Kann man vergeben oder muss man bestrafen? Verjährt die Schuld?

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist in drei große Teile unterteilt. Jodi Picoult wechselt in diesen mehrfach die Sichtweisen. Zunächst wird Sages Geschichte erzählt. Durch andere Schriftarten kenntlich gemacht, erfährt man als Leser Einiges aus der Sicht von anderen handelnden Personen.

Den größten Teil macht die Erzählung der Großmutter aus, die den Holocaust überlebt hat. Ihr ist fast der gesamte zweite Teil gewidmet – und dieser hat es in sich. Mit einer besonders detailreichen Beschreibung lässt Jodi Picoult die Großmutter von ihrem Leben und Überleben in Lagern und Ghettos erzählen. Hier wird das Buch zur gelebten Geschichte, wie ein Augenzeugenbericht. Die Gefühle, die Ohnmacht und der Überlebenswille der damals jungen Frau werden sehr emotional erzählt. An dieser Stelle kann man das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen, was im ersten Teil dann doch das ein oder andere Mal passierte.

Mich hat dieser Teil des Buches sehr mitgenommen. Es zieht einen in die Geschehnisse Deutschlands in den 1940ern Jahre hinein, führt einem vor Augen, was alles hinter geschlossenen Türen passiert ist, was aber auch ganz offensichtlich war und was viele einfach ignoriert haben, manchmal aus Angst vor dem eigenen Tod.

Sage Singers aktueller Lebensabschnitt und ihre Geschichte geben dem Buch in den anderen Teilen wiederrum eine gewisse Leichtigkeit, es entspannt sich z.B. eine Liebesromanze, als sie versucht, die Schuld des Josef Weber zu ergründen.

Fazit:
Der Roman ist kein Buch „zum Abschalten“. Hier wird man, besonders im Mittelteil, sehr beim Lesen gefordert.

Die Geschichte um Sage Singer hingegen hat vieles von einem Frauenroman, Liebesroman und auch etwas von einem Krimi, nämlich dann, wenn sie sich auf die Suche nach Josef Webers Schuld macht.

Der Autorin ist es gelungen beides in einem Roman zu verbinden. Ich werde noch lange über dieses Buch nachdenken.

Bewertung: *****

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1 Kommentar

  1. Liebe Chrissi. Über die Rezi-Suche bin ich auf dein blog aufmerksam geworden und hab grad ein wenig gestöbert. Deine Seite ist wirklich sehr ansprechend. Die Rezension zu „Bis ans Ende der Geschichte“ hat mich grad richtig bewegt und Lust auf mehr gemacht. Ich mag Jodi Picoulds Bücher sehr, dieses kenn ich aber noch nicht, was sich wohl sehr bald ändern wird.
    Ich lass dir liebe Grüße hier und wünsch dir eine schöne Woche
    die Sandra, von Sandras kreativer Lesezeit

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