Zwangsvermählt (Chris Silberer)

Auf der Suche nach der Wahrheit

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Für Krimis, die im Rhein-Main-Gebiet spielen, bin ich immer zu haben. Schon die Vorgänger Krimis „Korbleger“ und „Gute Wichte – Böse Wichte“ von Chris Silberer habe ich gerne gelesen. Und selbst mein Sohn, der nur selten (Romane) liest, war vom „Korbleger“ begeistert. In beiden Kriminalfällen, als auch in diesem Buch, ermittelt die Frankfurter Kriminalkommissarin Benina Gatti.

Beschreibung des Buches:
Bei „Zwangsvermählt“ handelt es sich, wie bei den Vorgängern, um einen Krimi. Das Buch ist im Jahr 2015 im crimetime-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 360 Seiten. Das Titelbild zeigt ein schwarz/weiß-Foto einer jungen Frau mit Schleier. Der Titel selbst ist in „zerkratzter“ roter Farbe geschrieben. Zum Inhalt passt das Titelbild sehr gut, allerdings hat mich die Umschlagsgestaltung der Vorgängerkrimis mehr angesprochen.

Chris Silberer ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern“ (ein Netzwerk von Frauen, das sich zum Ziel gesetzt hat, deutschsprachige Krimis, von Frauen geschrieben, zu fördern). Die Autorin lebt im Rhein-Main-Gebiet.

Kurze Zusammenfassung:
Benina Gatti ist Kriminalkommissarin in Frankfurt. Als in einer Frankfurter Parkanlage die Leiche einer jungen Braut gefunden wird, glaubt man zunächst an einen Ehrenmord. Doch als bei einer zweiten Frauenleiche ebenfalls ein Schlüssel im Magen des Opfers gefunden wird, drängt sich ein anderer Verdacht auf.

Mein Leseeindruck:
Chris Silberer nimmt sich in ihrem neuen Krimi des Themas Zwangsvermählung an. Zunächst wird auch in dieser Richtung von der Frankfurter Kriminalkommissarin recherchiert. Ihre Wege führen sie deshalb in Schulen und zu den nächsten Verwandten des jugendlichen Opfers. Als aber eine Ordensschwester tot aufgefunden wird und sich hier Parallelen zum ersten Mordfall ergeben, scheint sich das Blatt zu wenden und auch das Thema Zwangsvermählung tritt in den Hintergrund.

Mit viel Einfühlungsvermögen beginnt die Recherche von Benina Gatti, die eine besondere Gabe hat, die Synästhesie (Zahlen oder Buchstaben farbig sehen können, dabei haben die Zeichen immer die gleiche Farbe). Sie kann dadurch die Stimmungen von Mitmenschen besonders wahrnehmen. Das ist somit ihr besonderer Ermittlungsstil.

Die Kommissarin hat aber nicht nur diese zwei Morde im Kopf. Ihre Gedanken sind noch immer beim Selbstmord ihres Vaters, der in Berlin vor eine Bahn stürzte.

Mir gefällt der Schreibstil von Chris Silberer gut. Auch die besondere Gabe ihrer Kriminalkommissarin machen ihre Krimis so lesenswert. Hier gibt es nicht nur die bekannten Recherchearten, sondern es wird mit besonderer Sensibilität ermittelt.

Auch das Privatleben der Akteure kommt in diesem Krimi nicht zu kurz. Benina ist mit einem Berliner Kriminalbeamten liiert. Sie treffen sich in Frankfurt als auch Berlin. Somit wechselt der Schauplatz des Krimis hier auch zwischen den beiden Städten, als Benina sich aufmacht, herauszufinden, ob ihr Vater tatsächlich eines Selbstmordes starb.

Ich mag es besonders gern, wenn ich reale Schauplätze wiedererkenne, das konnte ich in diesem Krimi erleben, sei es im Rhein-Main-Gebiet als auch in Berlin.

Der Krimi selbst ist in viele kleine Kapitel aufgeteilt, so dass es einem leicht fällt, das Lesen an einer abgeschlossenen Stelle zu unterbrechen.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit dem besonderem Thema Zwangsvermählung, der aber auch noch andere Facetten aufweist. Es gibt hier viel Lokalkolorit, was mir immer bei Krimis gefällt. Man muss die Vorgängerkrimis nicht gelesen haben, um in die Reihe einzusteigen, gleichwohl wird auf die vorangegangenen Fälle ab und an eingegangen.

Der Wechsel zwischen Ermittlungen in Berlin und Frankfurt hat mir zwar gefallen, aber daraus hätte man auch zwei unabhängige Krimis konstruieren können.

Ich freue mich auf weitere Fälle von Benina Gatti.

Bewertung: ****

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