Kühn hat zu tun (Jan Weiler)

Krimi mit vielen Nebenschauplätzen und -themen

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Von Jan Weiler habe ich schon mehrere Hörbücher gehört und Bücher gelesen. Alle Hörbücher haben mir ausgesprochen gut gefallen, allerdings handelte es sich da mehr um humoristische Geschichten. Jetzt habe ich mir diesen Krimi vom Autor selbst „vorlesen“ lassen.

Beschreibung des Hörbuches:
Jan Weiler liest seinen ersten Krimi. Das Hörbuch besteht aus 7 CD und ist 8 Stunden und 28 Minuten lang. Auf dem Titelbild sind auf blauem Hintergrund Gebäude zu sehen. Im Vordergrund läuft eine Person, die Feuerwerksraketen in rot/weiß, angeordnet wie ein Blumenstrauß, in den Himmel aufsteigen lässt. Das Titelbild lässt zunächst keinen Rückschluss auf einen Krimi zu.

Kurze Zusammenfassung:
Jan Weiler liest in seiner bekannten Art den Krimi vor. Kommissar Kühn wohnt mit seiner Familie in einer Neubausiedlung in der Nähe Münchens. Er hat ein recht konservatives Familienleben mit zwei Kindern und Frau. Der pubertierende Sohn macht ihm zu schaffen. Die Nachbarschaft ist skurril. Eines Tages wird ein Toter in der Siedlung, keine 30 Meter von seinem Garten entfernt, gefunden. Kühn muss sich auf die Aufklärung des Falles konzentrieren, dabei schweifen seine Gedanken ständig ab…

Mein Höreindruck:
Der Krimi beginnt mit einem Nebenschauplatz. Zunächst ist nicht klar, was die vermutliche Verseuchung der Bausiedlung, in der Kühn und seine Familie wohnen, mit einem Mordfall zu tun haben könnte. Jan Weiler berichtet von der Entstehung der Wohnsiedlung, er führt die verschiedenen Protagonisten nach und nach mit einer genauen Beschreibung ihrer Charaktere ein. Seine Beschreibungen sind detailliert, manchmal leicht überzogen, aber auch mit Ironie durchzogen, wie man das von seinen anderen Hörbüchern kennt. Seine Vortragsweise ist sehr angenehm, seine Ausdrucksweise sehr akzentuiert.
Im Laufe des Krimis stellt man fest, dass es hier weniger um die Aufklärung als um den Menschen Kühn mit seinem eher spießigen Leben, seinen verworrenen Gedankengängen, die oftmals Bilder der Vergangenheit hervorrufen, und seinem in Bürokratie gefangenem Arbeitsleben geht. Jan Weiler hat ein vielschichtiges Bild der Bewohner der Münchner Fantasiesiedlung gezeichnet. Die Vernehmungen der Mitbewohner zeigen ein Abbild der Gesellschaft mit all ihren Problemen, da wird der Tote zur Nebensache.

Ich habe das Hörbuch nur über mehrere Etappen hören können, dabei fiel es mir schwer, mich auf diesen Krimi einzulassen. Aus dem Zusammenhang gerissen, wirkt er eher wie ein gesellschaftskritischer Roman.

Fazit
Der Krimi, der nicht eindeutig nur ein Krimi ist, ist abwechslungsreich, mit Ironie gespickt, gesellschaftskritisch aber nicht unbedingt spannend. Wer hier also einen typischen Krimi erwartet hat, der wird enttäuscht sein. Ich fühlte mich alles in allem durch die Vortragsweise gut unterhalten.

Bewertung: ***

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