Kluge Gefühle (Eyal Winter)

Was beeinflusst alles unsere Entscheidungen? Gefühle? Herkunft? Denken? Herdenverhalten?

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Beschreibung des Buches:
Das Buch „Kluge Gefühle“ ist 2015 im DUMONT-Verlag als Hardcover Buch erschienen. Es handelt sich um ein Sachbuch, dementsprechend ist das Titelbild eher nüchtern gestaltet. Bunte große Kreise mit Schnittmengen auf weißem Hintergrund, gut passend zum Inhalt. Das Buch umfasst 288 Seiten.

Der Autor, Eyal Winter, ist Professor für Ökonomie und Leiter des Zentrums für Rationalität an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Es ist eine der weltweit führenden Hochschule, an der über die Entscheidungsfindung geforscht wird. Eyal Winter wurde 2011 mit dem Humboldt-Preis ausgezeichnet.

Kurze Zusammenfassung:
Nach kurzem Vorwort und der Einleitung: „Was ist Rationalität“ folgen die fünf Großkapitel an:
–              Unmut und Selbstbindung,
–              Vertrauen und Großzügigkeit
–              Sexualität und Liebe
–              Optimismus, Pessimismus und Gruppenverhalten
–              Rationalität, Emotionen und Gene
Es schließen sich ein paar Seiten Anmerkungen an. Eyal Winter arbeitet fast ohne Grafiken und Tabellen.

Mein Leseeindruck:
Nicht selten fragt man sich: Wie kam es zu dieser Entscheidung? Warum wurde so und nicht anders entschieden? Weshalb gibt es eine Art Herdenverhalten bei Entscheidungsfindungen? Und kann man Bauchgefühle als Entscheidungshilfe nutzen?

Diese und andere Fragen gehen einem oft durch den Kopf. In diesem Buch findet man so manche Antwort darauf. Eyal Winter nimmt den Leser „mit auf die Reise“ durch die Entscheidungsfindung. Er beleuchtet mit vielen Forschungsbeispielen und Beobachtungen, warum man in bestimmten Situationen seine Entscheidungen trifft. Nicht allein der Kopf entscheidet, es spielen sehr vielfältige Faktoren eine Rolle.

Hat man sich durch die oben aufgeführten Kapitel gelesen, so wird einem manches verständlicher und man kann durchaus gelassener an eigene Entscheidungsfindungen herangehen.

Besonders interessant fand ich das Kapitel „Das Hormon, das vertrauen stiftet“: Dass man Menschen allein durch eine bestimmte Hormongabe per Spray mehr Vertrauen in die eigene Gruppe, aber Misstrauen gegenüber der fremden Gruppe aufbauen lassen kann, das eröffnet der Manipulationen alle Tore.

Das Herdenverhalten von uns Menschen wurde im Kapitel Gruppenverhalten auch mit einem eindrucksvollen Beispiel verdeutlicht.

Überhaupt sind es die Fallbeispiele von denen das Buch lebt. Diese sind manchmal wirklich sehr faszinierend und in ihrem Ergebnis wirklich nicht vorhersehbar, zumindest für den Laien.

Fazit:
Auch wenn der Autor Wissenschaftler ist, so ist sein Schreibstil sehr verständlich und nicht zu wissenschaftlich für den Laien. Ich habe das Buch mit Interesse gelesen und fühlte mich mit den anschaulichen Forschungsergebnissen manchmal auch durchaus unterhalten. Manche Massenphänomene sind für mich jetzt erklärbar.

Bewertung:  ****

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