Der Krankheitswahn (Sebastian Herrmann)

Nicht jedes Bauchgrummeln hinterfragen – es steckt nicht immer eine Krankheit dahinter

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Durch eine Empfehlung von Eckart von Hirschhausen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Schon des Öfteren habe ich mir Gedanken gemacht, warum sich so viele Menschen krank fühlen und diese „Krankheiten“ immer gleich mit irgendwelchen Mittelchen behandeln wollen. Manchmal fällt es geradezu auf, dass in geselligen Runden das Gesprächsthema Nummer 1 heutzutage die Krankheit ist.

Beschreibung des Buches:
„Der Krankheitswahn“ von Sebastian Herrmann, Journalist, ist als Hardcover-Buch im Gütersloher Verlagshaus am 27. April 2015 erschienen. Es umfasst 256 Seiten. Auf dem Titelbild ist einzig der Buchtitel in pinkfarbener Schrift und eine These des Autors zu lesen. Da es sich um ein Sachbuch handelt, passt das Titelbild zum Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
In elf Kapiteln beschreibt Sebastian Herrmann wie sich in der heutigen Zeit viele Menschen kränker fühlen als sie möglicherweise sind. Der Autor zeigt viele interessante Forschungsergebnisse auf und beschreibt Massenphänomene. Am Ende des Buches gibt es Hinweise zu Quellen und weiterführender Literatur.

Mein Leseeindruck:
Schon die Überschriften zu den einzelnen Themenbereichen haben mich neugierig gemacht. „Für alles ein Mittelchen“, „Leiden lernen“, „Vorauseilende Bestätigung“, um hier nur ein paar zu nennen. Der Autor Sebastian Herrmann nimmt uns Leser mit in den Dschungel des Gesundheitswahns. Er führt uns vor Augen, dass wir heutzutage eigentlich viel gesünder Leben und von vielen Krankheiten verschont sind, an denen noch in vorherigen Jahrhunderten Menschen in Massen gestorben sind. Und trotzdem „leiden“ wir Menschen, es zwickt und drückt uns, dafür muss es doch eine Erklärung, eine Krankheit geben, die man mit Medikamenten oder speziellen Diäten bekämpfen kann. Ein Arzt oder Heilpraktiker muss her. Wir verlassen uns nicht mehr auf unsere Gefühle, schauen nicht, ob die Ursache eines Krankheitsphänomens vielleicht in unserer Lebensführung liegt. Für alles gibt es Mittelchen, Kurse oder „Heiler“. Spricht der eine von seinen „Leiden“, dann hat der andere das auch schon an sich beobachten können. Hat man früher über „Häuser“ oder „Autos“ gesprochen, so sind es heute Themen wie „Allergie“ oder „Rücken“. Die Industrie profitiert davon. Beispiel: Eine leichte Erkältung ist mit Arzneimitteln meist in sieben Tagen überstanden – ohne braucht es eine Woche, also warum unnötigerweise etwas einnehmen? Viele Menschen lassen sich durch Ängste leiten und versuchen mit Pillen und Mittelchen prophylaktisch Krankheiten zu verhindern.

Viele Beispiele des Gesundheitswahns werden mit Untersuchungen belegt, die einem beim Lesen die Augen reiben und die Frage stellen lassen: Wenn das tatsächlich so ist, warum machen wir diesen „Blödsinn“ mit?

Keine Frage, es gibt Krankheiten, die einer fachlichen und medikamentösen Behandlung bedürfen! Aber es gibt auch „Leiden“, die ihren Ursprung vielleicht in der jeweiligen Lebenssituation haben und „verschwinden“, wenn man sich aus der negativ belastenden Situation befreit.

Fazit:
Mich hat das Buch in vielen Teilen in meinen eigenen Beobachtungen bestätigt. Die vorgestellten Forschungsergebnisse haben mich teilweise schockiert, aber auch manchmal wirklich amüsiert. Einige beschriebene Krankheitssymptome wie z.B. Allergien und Kopfschmerzattacken treten/traten bei mir auch auf, aber zurückblickend kann ich vieles auf bestimmte Lebenssituationen zurückführen, die sich verändert oder die ich verändert habe. Nach der „Umstellung“ trat einiges einfach nicht mehr auf. Vielleicht sollten wir im Leben ab und an ein Auge zudrücken und uns sagen „was kommt, das geht auch wieder“.

Ein lesenswertes Buch für alle, die es „zwickt“ und „drückt“ 😉 .

Bewertung: *****

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