Jan Seghers‘ Geisterbahn: Tagebuch mit Toten (Matthias Altenburg)

Eine fiktionale Erzählung ? Oder doch tatsächlich ein Tagebuch ?

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„Jan Seghers‘ Geisterbahn: Tagebuch mit Toten“ von Matthias Altenburg ist als broschiertes Buch im rowohlt-Verlag erschienen. Es umfasst 413 Seiten.
Das Titelbild besteht aus einer Collage von unterschiedlichsten Fotos, Bildern und Zeitungsausschnitten auf einem Pappkarton vereint.
Das Buch ist unterteilt in einzelne Tageseintragungen oftmals gewürzt durch private Fotos oder passende künstlerische Bilder. Jede Eintragung beginnt mit der Uhrzeitangabe und der Außentemperatur. Am Ende der Eintragung werden meist die Todestage, ab und an auch die Geburtstage, von mehr oder weniger bekannten Menschen gemacht.
Das Buch umfasst die Jahre 2007 bis Sommer 2011.

Nach einer gelungenen Lesung von Matthias Altenburg in Kelkheim hat mich das Lesen dieses Buches gereizt auch wenn ich sonst bisher nur die Krimis des Autors gelesen habe. Allein das Titelbild hätte mich abgeschreckt.

Eine stichpunktartige Zusammenfassung meiner gesammelten Eindrücke beim Lesen:

In seinen Tagebucheinträgen geht Matthias Altenburg auf aktuelle Geschehnisse mit eigenen Kommentaren ein, manches bleibt unkommentiert (weil es vielleicht keines Kommentares bedarf‘).

Die Erfahrungen bei Lesereisen werden humorvoll dargestellt (genauso, wie man es selbst manchmal in z.B. Öffentlichen Verkehrsmitteln erlebt).

Tatorte für seine Krimis werden per Fahrrad (extrem sportlich) erkundet.

Viele Beschreibungen in und um Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet herum.

Oftmals werden von aktuellen Kriminalfällen aus Deutschland, aber auch aus den USA berichtet.

Es gibt viel zu entdecken über klassische Musik und Malerei.

Es verleitet, zu einigen Aussagen und Berichten im Internet zu recherchieren.

Sicherlich gibt es auch Tage, an denen Matthias Altenburg sich nur den Frust von der Seele geschrieben hat, als es z.B. um seinen Telefonanbieter geht, aber das liest sich mit einem „Aha“-Effekt.

Manchmal möchte man sagen „Das hätte ich auch genau so empfunden und geschrieben“, manches kann man nicht nachvollziehen.

Matthias Altenburg liest parallel mehrere Bücher.

Sein Bedürfnis ist es, „seine Gedanken, Erlebnisse, Erfahrungen, Gefühle durch Sprache haltbar zu machen“.

Manche Sätze provozieren.

Nachrichtenfreak

Oberflächliche Personen kommen ganz schlecht weg bei Matthias Altenburg.

Ich könnte noch seitenweise weitermachen… Jeder mache sich selbst ein Bild, ob es sich bei diesem Buch um einen Roman oder um ein Tagebuch handelt. Für mich ist es ein Tagebuch.

Hiermit möchte ich dieses Buch sehr zum Lesen empfehlen, es hat mir die Krankheitstage, die ich im Bett verbringen musste, dermaßen aufgelockert und mich zum Recherchieren im Internet parallel zum Lesen verführt, manchmal hat es mich zum Lachen gebracht. Doch oft hat es mich sehr nachdenklich gemacht.
Mir war an keiner Stelle langweilig, vieles kam mir bekannt vor, von einigen Personen und Dingen hatte ich noch nie etwas gehört. Auch wenn man die Tagebucheinträge im Internet verfolgen kann, so kann ein Buch, durch dieses auf Dauer doch unangenehme Lesen am Bildschirm, nie ersetzt werden. Außerdem liebe ich es, Bücher in der Hand zu spüren.

Bewertung: *****

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