Himmelsdiebe (Peter Prange)

Liebe und Kunst

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Der Autor Peter Prange war mir schon vor dem Lesen von „Himmelsdiebe“ ein Begriff durch das Buch „Das Bernstein-Amulett“. Sein Schreibstil hat mir auch damals schon gut gefallen.

Das Buch „Himmelsdiebe“ handelt von einer Liebe in den Wirren vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Hauptsächliche Schauplätze sind England, Frankreich und die USA. In einem Zeitraum von 18 Jahren (1937 – 1955) wird die Beziehung zwischen einem älteren Maler und einer jungen Malerin beschrieben: Ihr Zusammenleben und -arbeiten. Im Verlaufe des Romans erstellen sie ein ganz besonderes Kunstwerk ihrer Liebe.

Der Roman beginnt mit der Beschreibung der ersten Begegnung der Protagonisten Laura und Harry bei einer Kunstausstellung. Die Magie dieses ersten Zusammentreffens verfolgt einen im ganzen Roman. Überhaupt lebt der Roman von magischen Momenten.

Die Phantasien der beiden Liebenden werden wunderbar beschrieben. Der egozentrische Künstler erscheint einem manchmal etwas wahnsinnig, hier lädt der Autor einen in die Welt der Künstler ein, lässt einen Abtauchen in den Rausch der Phantasie.

Die Schauplätze sind passend gewählt, u.a. Paris und ein kleines Dörfchen mit einer Hütte in den Bergen, die die Zuflucht des Paares wird. Trotz Gefangenschaft, Flucht und Krankheit begegnen sich die Zwei immer wieder an den verschiedensten Orten. Und können nicht voneinander lassen.

Der Aufbau des Romans ist chronologisch, so dass man das Geschehen gut verfolgen kann. Ab und an gibt es parallele Handlungsstränge, die für den Verlauf des Romans wichtig sind.

Die wörtliche Rede macht das Ganze sehr lebendig. Die Beschreibungen der einzelnen Szenen sind sehr genau. Man kann sich direkt in die Handlung hineinversetzen.

Die Namen der einzelnen Personen sind gut gewählt, sie lassen sich gut merken und im Laufe des Lesens erinnert man sich zurück, wenn eine Person wieder im Leben der beiden „Hauptdarsteller“ auftaucht. Bei anderen Romanen habe ich da ab und an Schwierigkeiten mit den oftmals exotischen Namen.

Die ganze Geschichte lebt immer wieder von der Mythologie, so taucht ständig der Begriff „Windsbraut“ auf, der in der germanischen und griechischen Mythologie ein Begriff ist.
Hier steht er allerdings als Kosewort für Laura, die Inspiration des Malers.

Das Leben in den Kriegsjahren wird dem Leser ganz deutlich vor Augen geführt, trotzdem kommt die Beschreibung des Liebeslebens von Laura und Harry mit all seinen Wirrungen nicht zu kurz. Die gesellschaftlichen Probleme und Unterschiede sind gut herausgearbeitet.

Im Roman wird immer wieder von „der Sache“ berichtet. Dabei handelt es sich um eine Krankheit Lauras, die leider nie konkretisiert wird. „Die Sache“ ist Ernst und könne zum Tode führen. Leider wird die Krankheit nicht beim Namen genannt, das Ganze bleibt ein Rätsel.

Fazit: Ein überaus gelungener Roman, der mich mehrere Tage gefesselt hat. Ich konnte ihn nicht einfach „so zwischendurch“ Lesen, sondern habe mir bewusst Zeit genommen, um ihn zu genießen.

Bewertung: *****

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