Schneewittchen muss sterben (Nele Neuhaus)

Neue Krimiqueen in Deutschland

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Mit Spannung habe ich diesen vierten Krimi des Ermittlerduos Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff erwartet. Und – er hat meine Erwartungen übertroffen.

Vor mehr als vier Jahren ist mir die Autorin schon aufgefallen. Ihr Schreibstil ist einfach absulut genial. Jeder Krimi hat ein gänzlich anderes Thema. Aber immer bleibt sich die Autorin treu in ihren wunderbaren Beschreibungen der ganzen Handlungen, Örtlichkeiten und Personen.

Ein Prolog führt in die Geschichte ein. Allerdings läßt die Autorin nicht erkennen, um welche Personen es sich dabei handelt bzw. zu welchem Zeitpunkt sich die Handlung zugetragen hat. Alles wirkt erst einmal ziemlich geheimnisvoll, man ahnt schon, dass sich ein Verbrechen zugetragen haben könnte.

Der Krimi selbst beginnt dann mit mehreren parallelen Handlungssträngen, um die einzelnen Personen der Geschichte einzuführen. Noch weiß der Leser nicht, wer hier mit wem etwas zu tun hat, trotzdem ist es für den weiteren Handlungsablauf wichtig, schon etwas über die beteiligten Personen zu erfahren. Man findet schnell die einzelnen Charaktere sympatisch oder unsympatisch.

Zum Anfang des Romans:

Ein junger Mann kommt nach einer verbüßten Haftstrafe (Mord an jungen Mädchen) in seinen Heimatort zurück. Die Dorfgemeinschaft hält zunächst zusammen und möchte ihn gemeinsam wieder loswerden. Ein Ermittlerduo (mit eigenen privaten Problemen, die einen Roman schon füllen könnten) kümmert sich um den Fall.

Schon früh stellt man als Leser Vermutungen an, wer tatsächlich die vermeintlichen Morde begannen haben könnte. Doch durch immer wieder neu gelegte Hinweise der Autorin ändern sich die Vermutungen mit jeder Seite.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden absolut gekonnt aneinandergereiht. Meist hört ein Kapitel im spannensten Moment auf, um eine Handlung, die zur gleichen Zeit stattfindet weiter zu beschreiben. Mit Spannung liest man weiter, man möchte ja erfahren, was zuvor nur angedeutet wurde. Oftmals ahnt man schon, was kommen könnte, doch die Überraschung ist groß, wenn sich ein neues Detail ergibt.

Mitunter bekommt man Mitleid mit einigen Personen. Manche würde man aber auch einfach nur die Pest an den Hals wünschen…..

Allein die Beschreibung der Örtlichkeiten und der einzelnen Charaktere machen diesen Krimi lesenswert. Man fühlt sich buchstäblich in die Handlung hineinversetzt und hört mitunter die einzelnen Geräusche, riecht die beschriebenen Düfte und fühlt sich mitten im Geschehen. Die beschriebenen Orte und Personen kann man sich bildlich vorstellen und mitunter „erkennt“ man Personen des öffentlichen Lebens oder aus dem weitläufigen Bekanntenkreis wieder. Gewollt oder unbewusst ? Die Ortsumgebung, der Taunus mit seinen Städten und Gemeinden sind Realität. Als Leser aus dem Taunus erkennt man vieles wieder und freut sich darüber, nicht umsonst erfreuen sich immer mehr „Heimatkrimis“ großer Beliebtheit.

Die einzelnen Details von Örtlichkeiten und Handlungen sind perfekt beschrieben. Hier wurde sicherlich viel recherchiert und sehr viel Wert auf die Richtigkeit bestimmter Beschreibungen gelegt.

Gerade weil das Buch so schön geschrieben wurde und sich wunderbar liest, verdient es nicht, verschlungen zu werden. Man kann sich wirklich einige Abende mit den über 500 Seiten gönnen.

Bitte noch viele weitere Taunus-Krimis von Nele Neuhaus. Ich wünsche dem Buch eine Hörbuch-Ausgabe !

Bewertung: *****

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